Cap Arkona

Die Stadt Grevesmühlen befindet sich nicht am Meer, Grevesmühlen steht auch in keiner Verbindung zur geographischen Nordspitze der Insel Rüge, dem Ort Namens Kap Arkona. Warum also eine Cap Arkona Ausstellung in Grevesmühlen?

Am 03. Mai 1945 starben beim Untergang der KZ-Häftlingsschiffe "Cap Arkona" und "Thielbeck" in der Lübecker Buchht, wenige Stunden vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges etwa 7000 Menschen.

Entlang der Lübecker Bucht fanden die angespülten sterblichen Überreste der Häftlinge ihre Ruhestätten in Schleswig Holstein und in Mecklenburg Vorpommern. Für 407 Opfer wurden im mecklenburgischen Gutsdorf Groß Schwansee nach dem Untergang der Häftlingschiffe ein Massengrab und eine Gedenkstätte errichtet. Ab 1955 verlegte man das Massengrab in die naheKreisstadt Grevesmühlen und weihte dort am Tannenberg 1957 eine zentrale Gedenkstätte ein.

"Den TOten zu Ehre - Den Lebenden zur Mahnung" steht an der Gedenkstätte in Stein gehauen. Im Lauf der Jahrzehnte wurde Grevesmühlen in mehrfacher Hinsicht ein Ort der Erinnerung. Zum einen mahnt die Cap Arcona Gedenkstätte, die Geschichte des Untergangs der Cap Arcona nicht zu vergessen, zum anderen ist das Denkmal selbst zum Zeugnis des Umgangs mit Erinnerungen geworden. Die Ausstellung soll die Erinnerung an ein Stück deutsche Geschichte für künftige Generationen bewahren.

Warum Grevesmühlen? - Die Antwort heißt "Erinnerung"

"Vergessen ist die letzte Grausamkeit, die wir den Opfern antun können"

 ( Landesrabbiner Dr. William Wolff )

Jährlich wiederkehrende Gedenkveranstaltungen:

 

27.Januar
Cap Arkona -Gedenken in Nordwestmecklenburg und Wismar

3.Mai
Cap-Arcona-Gedenken in Neustadt in Holstein am Stutthof-Weg

Erster Samstag nach dem 3. Mai
Cap Arcona Gedenken in Grevesmühlen und Groß Schwansee, im Rahmen der Cap-Arcona-Gedenktour mit dem Fahrrad

ZweiterSonntag im September
Cap Arcona-Gedenklauf auf der Insel Poel

 


Pädagogische Angebote:

Führung durch die Ausstellung und Besuch der Gedenkorte.

 

Sven Schiffner, geb.1972 in Grevesmühlen,

ist Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands der Mecklenburger Anstiftung.

Der Bankkaufmann arbeitet bei der Volks- und Raiffeisenbank e.G. in Wismar und engagiert sich ehrenamtlich in lokalhistorischen Projekten vom Cap-Arcona-Gedenken bis zur Eisenbahngeschichte. Im Vorstand koordiniert er das "Forum Weltoffenes MV".

Literatur:

Goguel, R. Cap Arcona. Report über den Untergang der Häftlingsflotte in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945, Frankfurt/ M. 1972.

Lange, Wilhelm, Cap Arcona. Das tragische Ende der KZ-Häftlings-Flotte am 3. Mai 1945, Neustadt in Holstein 1992.

Detlef Garbe/ Carmen Lange (Hrsg.), Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung. Die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager durch die SS im Frühjahr 1945, Bremen 2005.