Stadtgeschichte

Grevesmühlen gehört zu einer der ältesten Städte Mecklenburgs. Die erste  urkundliche Erwähnung der Stadt Gnevesmulne  (Mühle des Gnev) ist für das Jahr 1226 datiert, die älteste urkundliche Erwähnung als Stadt (oppidum) war 1262. Das Dorf enstand jedoch schon während der slawischen Siedlungsperiode. Deutsche Kolonisten bauten das slawische Dorf zur Stadt aus. Die Kirche wurde bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, in diesem  wurden alle Ortschaften aufgelistet, welche  zum Bistum Ratzeburg gehörten und ein Kirchspiel besaßen. Neben einer bereits 1279 erwähnten Burg am Markt und dem 1345 erstmals erwähnten Schloss, das nach dem Großfeuer am 15. Juni 1659, welches fast die gesamte Stadt zerstörte, nicht wieder aufgebaut wurde, besaß die Stadt nachweislich ein Münzprägerecht von 1525 bis 1567.

Die mittelalterliche Stadtbefestigungsanlage (13. Jahrhundert) mit Mauer, Wiekhäusern, drei Stadttore (Wassertor und die Doppeltore Wismarsches und Lübsches Tor, 18.–19. Jahrhundert), Außengraben und Wall wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen. Am Stadtgrundriss ist sie jedoch noch heute gut zu ablesbar. Die Burg und die damalige große Stadtbefestigung sind Beweis für die  Bedeutung der Stadt in dieser Zeit.

Die Stadtbrände in den Jahren 1725 und 1756 und der Siebenjährige Krieg ließen um 1800 erste Stadterweiterungen zu. Es entstanden 1850 eine Ziegelei, 1878 die Malzfabrik (heutiger Sitz der Landkreisverwaltung), 1890 eine Molkerei sowie 1898 ein Sägewerk. Im Jahre 1877 legten die in der Stadt ansässigen Juden am Vielbecker Weg einen Jüdischen Friedhof an, dieser wurde jedoch, seit  1930, nachdem auch die letzte jüdische Familie des Textilkaufmanns Max Salomon emigriert war, nicht mehr genutzt.

Von etwa 1965 bis 1975 entstand die neue Wohnsiedlung Ploggenseering (ehemals Wilhelm-Pieck-Ring) mit rund 600 Wohnungen.

Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit seinem Rathaus im Rahmen der Städtebauförderung umfassend und gründlich saniert.

Grevesmühlen verlor im Zuge der Kreisgebietsreform am 4. September 2011 den Kreissitz an die zuvor kreisfreie Stadt Wismar.

Gasthof "Altes Rathaus"
Gasthof "Altes Rathaus"
"Konsum" Grevesmühlen
"Konsum" Grevesmühlen
Malzfabrik Grevesmühlen
Malzfabrik Grevesmühlen

Unser Tipp

Die Chronik der Stadt Grevesmühlen

Band 1 von Friedrich Belg und Band 2 von Eckard Redersborg für 10,00 € im Städtischen Museum Grevesmühlen erhältlich.

Grevesmühlen im Wandel der Zeit

Die zweiteilige Chronik in Bildern von Gerd Bentin und Günther Henning. Zum Kauf erhältlich im Städtischen Museum Grevesmühlen für je 10,00 €.