"Der Rest der bleibt" - Lesung mit Annekathrin Bürger

Sonntag, 23.September 2012 um 16.00 Uhr im Luise Reuter Saal der Museums- und Vereinshauses, Kirchplatz 5, 23936Grevesmühlen.

Ihr neues Buch „Der Rest, der bleibt" enthält viel mehr als nur die Erinnerungen einer Schauspielerin, die ein Filmstar war in einem Land, das eigentlich keine Stars wollte.

Ihr neues Buch „Der Rest, der bleibt“ enthält viel mehr als nur die Erinnerungen einer Schauspielerin, die ein Filmstar war in einem Land, das eigentlich keine Stars wollte. Annekathrin Bürger ist geblieben, als andere die DDR verlassen haben, doch angepasst war sie nie – im Gegenteil.

Ihre Biografie ist Zeugnis einer großen DDR-Schauspielerin, das Lebensdokument einer geradlinigen Frau, kämpferisch, weise und bescheiden zugleich. Als es unbequem wird, wird sie selbst unbequem. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Regisseur Rolf Römer, protestiert sie 1976 gegen die Biermann-Ausbürgerung – in einem Brief, wie er deutlicher nicht sein kann. Fortan tut sie, was sie für selbstverständlich hält: Mischt sich ein. Sie machte den Mund auf.

Und mit ihrer ganz persönlichen stillen Diplomatie gelingt ihr vieles, was andere schon verlorengegeben haben: Sie rettet das Museum der Charlotte von Mahlsdorf. Bewahrt buchstäblich in letzter Sekunde das Regierungspalais August des Starken vor der Sprengung. Verschafft drangsalierten Kollegen kleine, aber wichtige Freiheiten.

In diesem ungewöhnlichen deutsch-deutschen Schicksal spiegelt sich die bewegte Geschichte des Landes ebenso wider wie die jener Menschen, die als große oder kleine Rädchen im Getriebe die Zeit gestaltet und verändert haben.

Annekathrin Bürger absolvierte eine Ausbildung zur Werbegestalterin und arbeitete als Requisiteur und Statistin am Stadttheater in Bernburg (Saale). Nachdem sie vom Regisseur Gerhard Klein für den Film entdeckt worden war, studierte sie von 1957 bis 1960 an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Mit den Filmen „Eine Berliner Romanze“ (1956 ), „Verwirrung der Liebe“(1959 ), „Königskinder“ (1962 ) wurde sie berühmt. Zu den 22 DEFA - Spielfilmen gehört u.a. auch „Hostess“ (1976 ), unter der Regie ihres Mannes Rolf Römer.

Inzwischen kann Annekathrin Bürger auf über 190 Film - und Fernsehproduktionen zurückblicken. In der Retrospektive der Berlinale 2006 wurde sie als „Traumfrau der Fünfziger“ geehrt. In der Zeit von 1959 bis 1960 war sie am Deutschen Theater in Berlin engagiert, danach am Theater der Bergarbeiter Senftenberg (heute Neue Bühne Senftenberg). Von 1963 bis 1965 war sie Mitglied des DFF, von 1965 bis 2003 Mitglied des Ensembles der Volksbühne Berlin.Daneben spielte Bürger zahlreiche Rollen in Filmen der DEFA und des DFF unter bekannten Regisseuren wie Slátan Dudow, Frank Beyer und Hans-Joachim Kasprzik und trat als Chanson-Interpretin mit Texten von Bertolt Brecht auf. Von 1990 bis 1997 war sie Vorsitzende der Nationalen Bürgerbewegung. 1993 gründet sie mit ihrem Mann den Verein „Waisenkinder am Don“.

Im neuen deutschen Fernsehen ist sie noch heute in unterschiedlichsten Rollen zu sehen, z.B. als Fredericke, die beste Freundin des Kommissars Ehrlicher (Peter Sodann) im „Tatort“ und als Christa König in der Serie „Die Stein“.

Annekathrin Bürger

Ihr neues Buch „Der Rest, der bleibt“ enthält viel mehr als nur die Erinnerungen einer Schauspielerin, die ein Filmstar war in einem Land, das eigentlich keine Stars wollte.