Erkenntnisse und Entdeckungen - Schloss Bothmer lädt zum Tag der offenen Tür

Wer etwas über Hans Caspar von Bothmer und sein Schloss bei Klütz erfahren möchte, hat dazu am Sonntag, dem 22. Juli 2012 Gelegenheit. Am diesem Tag lädt die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern ein zu einem Tage der offenen Tür. In der Zeit von 13 bis 17 Uhr werden Führungen und Vorträge angeboten. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei.

Hans Caspar von Bothmer (1656 bis 1732) war als Diplomat des hannoverschen Hofes in verschiedenen westeuropäischen Ländern tätig. Mit politischem Geschick verhalf er 1714 dem hannoverschen Kurfürsten Georg I auf den englischen Thron und folgte seinem Dienstherren als dessen "Erster Minister für die deutschen Angelegenheiten" nach London. Von der britischen Krone wurde ihm eine Wohnung zur Verfügung gestellt – Adresse war die Downing Street No. 10. Amtsgeschäfte und Wohnsitz in London hinderten Hans Caspar v. Bothmer jedoch nicht daran, sich mit dem Erwerb von Ländereien im Norden Deutschlands zu befassen. Der mecklenburgische Landadel war infolge des Nordischen Krieges (1700 bis 1721) in eine missliche finanzielle Situation geraten und insbesondere im Wismarer Raum waren die Preise für Güter und Land niedrig, da die Region von den Kriegswirren stark betroffen war. Vor diesem Hintergrund erwarb der Reichsgraf von Bothmer im Klützer Winkel mehrere Güter mit hochwertigem Ackerboden zu Konditionen, die für den Käufer vorteilhaft waren. Der Siebzigjährige veranlasste 1726 die Errichtung seines Alterswohnsitzes inmitten seiner neuerworbenen Ländereien südwestlich des Flecken Klütz. Mit der Planung und Bauausführung beauftragte er den Architekten Johann Friedrich Künnecke. Auf einer aufgeschütteten Insel wurde ein ausgedehnter Gebäudekomplex erbaut – Schloss Bothmer, die größte Barockanlage Norddeutschlands. Der Bauherr erlebte die Fertigstellung seines großen Hauses 1732 nicht mehr, da er im selben Jahr in seiner Londoner Wohnung verstarb.
Für den Fall seines Todes hatte Hans Caspar von Bothmer Vorsorge zur Sicherung seines Anwesens als Familienbesitz getroffen. Die Erbregelungen gaben für die Immobilie und die dazu gehörenden Güter ein Majorat vor – das Vorrecht des ältesten männlichen Nachkommen auf das Erbe. Darüber hinaus war die Liegenschaft unveräußerlich und musste in ihrer Gesamtheit vererbt werden. Diese Vorkehrungen erwiesen sich als äußerst wirksam, da sie den Verbleib des Anwesens in den Händen der Familie von Bothmer bis in das Jahr 1945 sicherten.
"Respice finem" – Hans Caspar von Bothmer hat mit dieser Inschrift möglicherweise seine Maxime ausgedrückt. Mit Sicherheit jedoch kann man in Anbetracht seines erfolgreichen Lebens davon ausgehen, dass dieser Mann bei seinen Unternehmungen Umsicht und Klugheit walten ließ und deren Ende und Folgen bedachte.
Wer mehr über Hans Caspar von Bothmer und sein Schloss bei Klütz erfahren möchte, hat dazu am Sonntag, dem 22. Juli 2012 Gelegenheit. Am diesem Tag lädt die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern ein zu einem Tage der offenen Tür. In der Zeit von 13 bis 17 Uhr werden Führungen und Vorträge angeboten. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei.
Bereits um 11 Uhr gastiert die Mecklenburgische Staatskapelle vor dem Schloss im Rahmen ihrer Schlösser-Reise MeckProms on Tour. Der Eintritt für das Konzert beträgt 16,50 Euro pro Person. Konzertkarten sind im Schloss Bothmer, in der Stadtinformation Klütz und in der Kurverwaltung des Ostseebades Boltenhagen erhältlich.